ein Tag zurück Übersicht ein Tag vor
Was macht man, wenn man ein Mietauto für nur
drei Tage hat? Eigentlich ganz logisch, in den Westen ins Tenogebirge, in den
Osten ins Anagagebirge und rauf zum Teide in die Las Canadas.
Wir hatten zwar vorgestern schon den Sonnenuntergang am Teide erlebt, aber uns
fehlt noch eine Wanderung hier oben. Denn wir sind ja schließlich zum Wandern
nach Teneriffa geflogen. Als Auffahrtsroute wählen wir die Alternative über La
Laguna durch den Esperanzawald. Meiner Meinung nach die schönste, weil man immer
auf den Teide zu fährt und es jede Menge genialer Aussichtspunkte unterwegs
gibt, wie diesen hier:
Oder diesen auf den Esperanzawald. Die Wolken hängen wie fast immer auf maximal 1500 Meter Höhe. Am Teide hat man schätzungsweise zu 90% Sonnengarantie. Viele Urlauber wissen das gar nicht und schmollen im bewölktem Urlaubsort. Dass der Süden (rechts im Bild) bewölkt ist, ist allerdings nicht die Regel.
Teide mit bedecktem Orotavatal und Kiefer
noch mal Teide - Ich habe es nicht genau gezählt, aber der Teide ist auf etwa 100 der 1000 Fotos, die ich diesen Urlaub gemacht habe. Ich bitte also um Vergebung, wenn er so oft zu sehen ist :-)
Blick nach Süden
Teide
Teide
Observatorium von Izana
Als Wanderung suche ich eine Tour aus, die ich schon kenne. Nur mit dem Unterschied, dass damals die Wolken auch über 2000 Meter waren und ich so gut wie nichts von der Umgebung gesehen hatte. Die wenigen Durchblicke und die Bilder aus dem Wanderführer versprechen jedoch eine sehr interessante Tour. Ausgangs- und Endpunkt ist El Portillo. Nach wenigen Minuten sehen wir einen Mann, wie er diese Echsen füttert. Sie fressen ihm aus der Hand. Das kannte ich noch nicht. Bisher haben sie immer schnell das Weite gesucht, wenn wir welche gesehen haben. Um uns herum sind vielleicht um die 50 Exemplare. Sie bewegen sich trotz der Zutraulichkeit sehr schnell, so dass ich nur einmal Glück habe und dieses Tier erwische.
Die Wanderung geht in nördlicher Richtung. Hinter dem Kiefernwald liegt also das Orotavatal
Der Weg ist meistens durch Steine gekennzeichnet, oder man erkennt ihn durch die Fußspuren.
Es geht insgesamt recht eben voran aber auch immer wieder kurz rauf und runter.
Das Ziel der Wanderung ist dieser felsige Berg Risco de la Fortaleza
Man erreicht den höchsten Punkt (links auf dem Bild) auf zwei Möglichkeiten. Die leichtere geht so: Man folgt dem ausgelatschten Weg durch die Ebene mit hellem Sand nach links bis rechts ein Weg nach oben abzweigt. Dieser verfolgt etwa die Linie zwischen grün und Fels bis zu den Kiefern rechts. Oder nicht viel schwerer dafür etwa eine halbe Stunde schneller: Einfach in der Linkskurve auf der Ebene geradeaus halten und direkt zu den Kiefern aufsteigen. Es hat sich bereits ein gut begehbarer Pfad gebildet.
Die riesige Ebene mit dem hellen Sand
Am Cruz del Fregel treffen sich beide Aufstiegswege. Wir machen kurze Rast.
Für Unterhaltung sorgen zwei komische Hühner. Eins von ihnen konnten wir mit Krümel vom Müsliriegel so weit ranlocken, dass dieses Foto gelang.
Vom Cruz del Fregel geht nun der restliche Aufstieg auf der Rückseite des Berges zur höchsten Stelle. Dabei haben wir diesen Blick nach Norden.
Und am höchsten Punkt der Blick Richtung Teide
Und hinab in die große Ebene (mit dem Weg links)
In der Ferne schauen zwei höhere Gebiete von La Palma aus den Wolken heraus
Beim Rückweg wollen wir den Umweg testen. Auch wenn es nicht so aussieht, der Weg in der Ebene ist noch etwa 50 Meter unter dem Standpunkt. Es geht also erst lange unter den Felsen in Blickrichtung und dann zurück auf dem unteren Weg.
Der Umweg bietet aber wieder schöne Motive
Bei diesem Teide-Natternkopf ist die Blütezeit fast zu Ende
Der Rückweg durch die Ebene ist immer noch ein Stück unter uns. Wir sind geneigt abzukürzen, bleiben aber doch auf dem "richtigen" Weg.
Der Fels macht einen sehr porösen Eindruck. Heute kamen aber keine Steine herunter...
Die Ebene ist nicht nur mit dem hellen Sand gefüllt, sondern auch mit vielen unterschiedlich großen Steinen.
Nachdem wir El Portillo wieder erreichen, beschließen wir entgegen unserem eigentlichen Plan keine weitere Wanderung mehr in den Las Canadas zu machen. Der Tank von unserem Mietauto ist nämlich noch gut gefüllt und wir können nur noch heute damit fahren. Wir fahren also nicht über La Orotava, sondern wieder die schönere Straße nach La Laguna. Wir nehmen auch den Abzweig zu dem Observatorium von Izana mit.
Denn so habe ich den Teide schließlich noch nicht fotografiert.
Das ist die Straße die zu dem Observatorium führt.
Ein paar Meter weiter sieht es dann so aus:
Im Süden hängen heute auch den ganzen Tag die Wolken.
Bei der Hinfahrt war es uns nicht möglich an dieser interessanten Stelle zu halten, weil mehrere Reisebusse alles zugeparkt hatten. Ein Grund mehr also Richtung Esperanzawald zu fahren.
Leider bekommt man nicht alles auf ein Bild
Die Tanknadel will einfach nicht zurück gehen. Wir machen einen noch größeren Umweg über Candelaria, ein sehr geschichtsträchtiger und heiliger Ort auf Teneriffa. Wie wir von oben bereits wussten, es ist bewölkt. Die neun Guanchen:
Candelaria
heiliger Ort in den Fels gebaut - oder hat der Lavastrom vor dem heiligen Ort halt gemacht?
Weitere Ziele nehmen wir uns nicht mehr vor. Dann bekommt eben der nächste Kunde oder die Vermietung etwas Benzin geschenkt. Bei Preisen von 80 Cent pro Liter kann man sich das ruhig erlauben. Bei der Rückfahrt auf der Nordautobahn sehen wir, wie die Sonne doch noch ein Loch in der Wolkendecke gefunden hat. Im Nachhinein ärgere ich mich nicht doch an einer Ausfahrt heraus gefahren zu sein um dieses Naturschauspiel zu fotografieren. Denn in Puerto angekommen war es schon ziemlich dunkel und die Sonnenstrahlen nicht mehr so intensiv. Immerhin habe ich noch einen schönen Vordergrund gefunden.